Sonntag, 18. Juli 2010

"Sterben" von Friedolin Barsch

Liebe Mutter, Lieber Vater,
Ihr sagtet mir einmal man müsse sich für einen Weg entscheiden und diesen Weg mit all seiner Willenskraft beschreiten. Ich war dumm und glaubte daran, dass jeder Traum und jedes Lebens seine eigene Erfüllung findet. Ich war so dumm zu glauben, dass das Leben für jeden alles offen hält. Es freut euch sicher zu hören, dass ich mich geirrt habe. Mein Weg, der von euch gezeigte, mein Weg den ich bei meinem ersten Herzschlag vorgegeben bekommen habe, mein Weg den Ihr mir immer wieder offenbart. Erfolgreich im Beruf und kinderreich in der Liebe soll ich sein. Ein akzeptierter Teil unserer Gesellschaft, der Gesellschaft für die Reichtum und Schein alles ist. Gott schenkte euch einen erstgeborenen Sohn, Gott schenkte euch Reichtum und Glück. All dies ist Witz und Rauch, solange nicht die Anerkennung der Herren und Damen der besseren Gesellschaft Euer ist. 


Ich wählte den Weg der Ungeliebten und rebellierte gegen eure, meine Bestimmung. Wo haben mich meine eigenen Schritte hingeführt? Im Exil der Unbedeutenden führte ich ein Leben der körperlichen Freude. Mein bester Freund der Alkohol legte die Steine meines Weges, die Erfahrungen des Wissens dafür opfernd. 
Ich war ständig auf der Suche nach Freiheit und konnte diese einzig und nur wenige male im Suff finden. Ihr geliebt gehasste Mutter und Ihr mein Vater hattet einen anderen Weg für mich gewählt. Ich, meine Erzeuger, musse feststellen, dass mein eigener Weg mich ins Nichts führt und der Eure mich zu einem Pakt mit dem dunklen Erdreich zwingt.


Ich wähle den Ausweg, die Befreiung, den Tod. Nicht aus Verzweiflung, nicht aus Angst oder Hass, sondern aus Vernumpft. Ein Leben das nur zu zerstören weiß, dass nur das Unglück den Menschen erbringen mag, solch ein Leben gilt es zu beenden. 


Ich wünsche euch das Ihr die selbe Befreiung erfahrt, welche ich mit disen Worten empfinde.


Hochachtungsvoll 


Friedolin Barsch
(1)

Montag, 5. Juli 2010

Freiheit

Ich stehe hier und schaue aufs Meer, leicht kitzeln die Sohlen meiner Füße im zarten Gestein vergangener Zeit. Die Weltenbummler, die Grenzenlosen, die Unsichtbaren betören mich und meine weiche Haut sträubt sich gegen die vorgegebene Ebenmäßigkeit. Die Augen schließend verschwindet die unendliche Weite und ich nehme die zeitlosen Schläge der Ferne wahr.

Alleine, nicht einsam stehe ich hier. Viele Stunden meines Lebens, nicht verschwendet, laufen voran. Die selben Melodien, nicht dröge, erfassen meine Ohren.


Ich bin bei mir,- ich bin frei.

Donnerstag, 24. Juni 2010

Rock im Park - Die Fotos

fotografiert von Lars (@larsvegas87)

Sonntag, 13. Juni 2010

Nein! - Toleranz, Akzeptanz, Verständnis

Wir leben in einer Welt in der Männer und Frauen zusammen sind, in der Mann und Mann sich lieben, in der Frau und Frau zueinander finden. Wir leben in einer Welt in der es Männer gibt, in der es Frauen gibt, in der es Zwitter gibt, in der es Menschen gibt die zwischen den Geschlechtern wechseln.

Ich selber lebe mit einem Mann zusammen und erwarte von meinem Umfeld und den Menschen die ich Liebe oder mit denen ich befreundet bin, dass sie diesen Umstand akzeptieren. Meiner Meinung nach ist im Grundsatz alles Egal, solange man Niemanden mit seinem Handeln schadet.

Toleranz, Akzeptanz, Verständnis! Nicht immer ganz leicht, oder? Gestern spürte ich meine eigene Unvollkommenheit, meine eigene dunkle Seite, als ich Menschen sah, die ich so nicht akzeptieren wollte. Scham empfand ich, als sie mir ihre gekünstelte, sexualisierte und pseudo schwule Art entgegen schleuderten. Jede Bewegung empfand ich als unangenehm, als unpassend und vollkommener Beweis der Zerstreutheit dieser unwirklichen Kreaturen. Habe ich das Recht dazu diese Menschen zu verurteilen?

NEIN

Aber warum störe ich mich so an diesen Geschöpfen der Nacht? Dauerhafter Erwartung, dass ich selber akzeptiert werde, gestehe ich diesen Menschen das wichtigste Grundrecht nicht ein? Oder zeigen Sie mir meine eigenen Wünsche, die ich nicht zu leben wage?

Ich sitze an meinem Schreibtisch, dass Bild meines Geblieben vor meinen Augen, die eigene Stimme hörend und einsehend, dass Toleranz, Akzeptanz und Verständnis nicht Selbstverständlichkeiten unserer Art sind, sondern das für jedes Recht gekämpft werden muss. Sicherlich finden diese Kämpfe, zumindest in Deutschland, nicht mehr auf dem Schlachtfeld statt, aber sie finden bei jedem Einzelnen, in uns Selbst, ihren ständigen und nie enden wollenden Kampf.

Mittwoch, 5. Mai 2010

So zeichnet uns die Zeit

So überheblich wie du, so neidvoll wie ich, so rechthaberisch wie er und so distanziert wie sie, so stehen wir hier, so zeichnet uns die Zeit!

Besser sein als all die anderen, den eigenen Erfolg liebend und den der Anderen vergessend, die eigene Meinung als einzige Wahrheit anerkennend und die Fragen verschluckend, sollt ihr mir die Antwort geben!

Die Antwort auf Leben und Sterben, die Antwort auf Richtig und Falsch, die Antwort wer ich bin.

So überheblich wie du, so neidvoll wie ich, so rechthaberisch wie er und so distanziert wie sie, so stehen wir hier, so sollt ihr mir die Antwort geben?

Mittwoch, 14. April 2010

Mein Buchtipp: "LESSNESS" von Michael Siperl

Michael Siperl erklärt auf anschauliche Weise in diesem 174 Seiten dünnen Taschenbuch, wie es für jeden modernen Menschen möglich ist, den Grundsatz „Weniger ist Mehr“ in sein Leben zu integrieren, – ohne tatsächlichen Verzicht und mit einem besseren Gefühl. Manchmal etwas langartmig und überväterlichlich gibt der Autor spannende Ansätze und Ideen sein eigenes Leben leichter und glücklicher zu gestalten. Den günstigen Preis von 6,95€ sollten all diejenigen gerne ausgeben, die meinen zu wenig Zeit, zu viel Stress oder zu wenig Geld zu haben.

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