Ihr sagtet mir einmal man müsse sich für einen Weg entscheiden und diesen Weg mit all seiner Willenskraft beschreiten. Ich war dumm und glaubte daran, dass jeder Traum und jedes Lebens seine eigene Erfüllung findet. Ich war so dumm zu glauben, dass das Leben für jeden alles offen hält. Es freut euch sicher zu hören, dass ich mich geirrt habe. Mein Weg, der von euch gezeigte, mein Weg den ich bei meinem ersten Herzschlag vorgegeben bekommen habe, mein Weg den Ihr mir immer wieder offenbart. Erfolgreich im Beruf und kinderreich in der Liebe soll ich sein. Ein akzeptierter Teil unserer Gesellschaft, der Gesellschaft für die Reichtum und Schein alles ist. Gott schenkte euch einen erstgeborenen Sohn, Gott schenkte euch Reichtum und Glück. All dies ist Witz und Rauch, solange nicht die Anerkennung der Herren und Damen der besseren Gesellschaft Euer ist.
Ich wählte den Weg der Ungeliebten und rebellierte gegen eure, meine Bestimmung. Wo haben mich meine eigenen Schritte hingeführt? Im Exil der Unbedeutenden führte ich ein Leben der körperlichen Freude. Mein bester Freund der Alkohol legte die Steine meines Weges, die Erfahrungen des Wissens dafür opfernd.
Ich war ständig auf der Suche nach Freiheit und konnte diese einzig und nur wenige male im Suff finden. Ihr geliebt gehasste Mutter und Ihr mein Vater hattet einen anderen Weg für mich gewählt. Ich, meine Erzeuger, musse feststellen, dass mein eigener Weg mich ins Nichts führt und der Eure mich zu einem Pakt mit dem dunklen Erdreich zwingt.
Ich wähle den Ausweg, die Befreiung, den Tod. Nicht aus Verzweiflung, nicht aus Angst oder Hass, sondern aus Vernumpft. Ein Leben das nur zu zerstören weiß, dass nur das Unglück den Menschen erbringen mag, solch ein Leben gilt es zu beenden.
Ich wünsche euch das Ihr die selbe Befreiung erfahrt, welche ich mit disen Worten empfinde.
Hochachtungsvoll
Friedolin Barsch
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